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  • Bettina Bauer

5 wertvolle Tipps für Lehrer, um Yoga in den Unterricht zu integrieren

Ich bedanke mich herzlich bei Sabine Piecha für ihren informativen Gastbeitrag zum Thema Kinderyoga in der Schule. Schau unbedingt mal auf ihrer Homepage vorbei, um tolle sachkundetaugliche Stundenbilder kennen zu lernen.

Nicht selten kommt es vor, dass Lehrer mit dem Unterrichtsstoff nicht weiterkommen, weil „die Luft raus ist“. Unterrichtsstörungen sind dann vorprogrammiert und die Lerninhalte können partout nicht weitervermittelt werden. In solchen Situationen habe ich als Grundschullehrerin einmal STOPP gesagt. Die Kinder setzen sich dann auf ihren Stuhl, legen die Hand auf den Bauch und wenn sie mögen, schließen sie die Augen. Anschließend zähle ich bis 3, während die Kinder tief durch die Nase in den Bauch einatmen, bis er sich hebt und anschließend zähle ich beim Ausatmen bis 4, manchmal bis 5 und der Bauch senkt sich wieder. Das wiederholen wir ca. 1-2 Minuten. Danach ist jedes Kind deutlich ruhiger, entspannter und kann sich wieder konzentrieren.


Mit Hilfe einfacher Atemübungen, die zum Yoga gehören, kann innerhalb weniger Minuten die Lernatmosphäre wieder hergestellt werden. Und umso regelmäßiger die kurzen Entspannungspausen in den Unterricht integriert werden, desto wirkungsvoller ist der Ruheeffekt. Die Kinder lernen innerhalb kürzester Zeit diese einfache tiefe Bauchatmung.


Als Lehrkraft braucht man für diese Tipps kein Yoga-Vorwissen, um einige Elemente zu integrieren.


Als Einstiegsritual am Montagmorgen eignet sich ein kurzer Sonnengruß. Nach der Begrüßung stellen sich die Kinder an eine Stelle, die etwas mehr Platz bietet.


Guten Morgen liebe Sonne (Hände nach oben ausstrecken)

und liebe Erde (Hände auf den Boden)

Ich bin stark (rechtes Bein nach hinten, Kopf heben)

und ganz wach (rechtes Bein wieder nach vorne, Hüfte bleibt tief, Arme hoch (Stuhlposition))

Danke liebe Erde (Hände auf den Boden)

und liebe Sonne für den Tag (Arme nach oben strecken und dann vor der Brust falten)

Anschließend eine Runde mit dem linken Bein.


Der kurze Sonnengruß dauert keine 2 Minuten und die Kinder sind danach hellwach. Falls nicht, kann nochmal eine Runde rechts und eine Runde links durchgeführt werden. Der Kreislauf wird angeregt, die Müdigkeit verschwindet und der Unterricht kann normal beginnen.


Durch aktivierende und entspannte Momente im Unterricht durch Yoga ergeben sich auf

körperlichen, geistigen und seelischen Ebenen stets positive Wirkungen. Unter anderem wird die Konzentration gefördert, das Selbstvertrauen gesteigert, die Angst und Anspannungen lassen nach, der Körper wird flexibel, gestärkt und entspannt. Gefühle werden besser wahrgenommen und die Resilienz wird gestärkt.


Sind die Kinder in einer Situation sehr unruhig, können auch Gleichgewichtsübungen im Unterricht angewandt werden. Dazu eignet sich der Baum als Yogastellung. Die Kinder stellen sich auf ein Bein, das andere liegt entweder auf dem Fuß, auf der Höhe des Knies oder dem Oberschenkel. Die Hände sind entweder vor der Brust zusammengelegt oder werden zur Decke geschoben. Anschließend wird das Bein gewechselt. Diese Übung fördert den Gleichgewichtsinn und die Kinder kommen zur inneren Ruhe.


Auch Achtsamkeit lässt sich immer wieder zwischendurch im Unterricht integrieren. Werden zum Beispiel für den Sachunterricht Blätter benötigt, die die Kinder vorher gesammelt haben, ist folgende kurze Achtsamkeitsübung sinnvoll: Während der Übung und den Fragen redet kein Kind. Erst ganz zum Schluss erfolgt der Austausch. Diese paar Minuten widmen sich die Kinder völlig konzentriert dem Blatt zu.


Schaue dir dein Blatt genau an. Welche Farben hat es?

Wie sehen die Linien aus? Welche Form hat das Blatt? Wie viele Zacken hat es?

Wie riecht das Blatt?

Wie fühlt es sich an? Wie ist die Oberseite- und die Unterseite?

Wie hört es sich an, wenn du das Blatt mit den Fingern reibst?


Im Anschluss können die Kinder berichten, was ihnen an dem Blatt aufgefallen ist.

Solche Achtsamkeitsübungen lassen sich mit nahezu allen Dingen machen und diese können zwischendurch sehr gut integriert werden. Die Konzentration wird gefördert und die Kinder kommen zur inneren Ruhe.


Fantasiereisen können ebenso sehr gut im Unterricht vorgelesen werden. Die Kinder machen es sich ganz entspannt, entweder legen sie den Kopf seitlich auf die Arme auf den Tisch oder mit der Stirn auf die Arme. Sie können die Augen schließen, um sich nicht so leicht ablenken zu lassen. Anschließend wird die Fantasiereise vorgelesen. Sie kann auch durch Klangschalen begleitet werden. Die Kinder stellen sich nun in ihren Gedanken die Geschichte vor und entspannen dabei. Jegliche Anspannung wird gelöst. Auch diese Entspannungsmethode kann durch regelmäßige Verwendung diese positiven Wirkungen erzielen. (Anmerkung von Bettina Bauer: Bei Fantasiereisen bitte beachten, dass zum Beispiel Geschichten zum Thema Meer/Wasser negativ bzw. traumatisch behaftet sein können. Zum Beispiel für Flüchtlingskinder, die übers Meer kamen.)


Zusammenfassung der 5 Tipps:

Atemübung: Tiefe Bauchatmung, um zur Ruhe zu kommen

Kurzer Sonnengruß: Zur Aktivierung des Körpers

Yogastellung: Der Baum aktiviert den Gleichgewichtssinn

Achtsamkeitsübung: Zur Förderung der Konzentration

Fantasiereisen: Zur Entspannung


Diese einfachen Tipps helfen dir bei der regelmäßigen Anwendung im Unterricht, sowohl in Präsenz als auch im Homeschooling. Probiere es gerne aus und schreib mir, welches Feedback du von deinen Schülern erhältst.

Für weitere Informationen, Tipps und Materialien kannst du auch auf www.yokids.de schauen.



Wer hat diesen Artikel geschrieben?





Ich bin Sabine Piecha, ich war 11 Jahre lang Grundschullehrerin und bin angehende Yogalehrerin und zudem Entspannungstrainerin für Kinder.

Mein Ziel ist es, Yoga verstärkt flächendeckend in den Schulalltag zu integrieren, um somit all die positiven Wirkungen von Yoga zu erfahren.



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