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  • Bettina Bauer

Müssen alle Kinder Yoga machen?

Die Antwort darauf ist ganz klar: Nein!

Was?! So eine Antwort von einer Kinderyogalehrerin?


In meinem letzten Post ging es darum, was Yoga uns geben kann. Kurz zusammengefasst: Yoga gibt uns Möglichkeiten auf den Ebenen Körper, Geist und Seele unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Um so glücklich und gestärkt durch Leben zu gehen. Dann wäre es doch sinnvoll, alle Kinder zum Kinderyoga zu schicken, oder?


Prinzipiell stimme ich dem zu: es ist sehr sinnvoll, Kinderyoga eine Chance zu geben. Es ist aber wichtig, dass das Kind das will. Es gibt natürlich andere Möglichkeiten, wie dein Kind seine Bedürfnisse kennenlernen und befriedigen kann. Kinderyoga hat natürlich den Vorteil, dass es gleich alle drei Ebenen anspricht. Und das in einer einzigen Stunde, ohne zu vielen verschiedenen Terminen hetzen zu müssen.

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Da ist einerseits

- die Bewegung

- das Kennenlernen des eigenen Körpers und der Fähigkeiten des eigenen Körpers


Da ist außerdem

- das zur Ruhe kommen

- nichts leisten zu müssen


Und das alles

- ohne (Leistungs)Druck und Bewertung

- ohne Zwang

- ohne "perfekt sein müssen"


Klar ist: Damit dein Kind von dem was Kinderyoga bieten kann wirklich profitiert, muss es gerne zum Kinderyoga gehen. Die Chemie zwischen Kind und Gruppe, in der es Yoga übt muss stimmen. Und es darf nicht in Stress ausarten, überhaupt zum Kinderyoga zu kommen.


Wenn du bis hierher gelesen hast, hast du das Wichtigste in Kürze zusammengefasst erfahren. Wenn dich aber meine genauere Erklärung zu den einzelnen Aspekten "was Yoga dir geben kann" interessiert, dann bleib dran.


Yoga als Sport

Klar ist: Kinder brauchen Bewegung. Vor allem, wenn sie lange still sitzen müssen, wie in der Schule. Ob dein Kind nun lieber tanzen, Fußball/ Tennis/ Handball spielen, turnen, schwimmen,... geht ist Geschmackssache. Die wichtigste Unterscheidung von Yoga als Sport zu anderen Sportarten ist: Es geht nicht um Wettkampf mit anderen.


Yoga als philosophische Lebenseinstellung

Jeder von uns hat Werte. Und jedes Kind wird einige Werte seiner engen Bezugspersonen übernehmen und eigene entwickeln. Yoga kann Kindern Werte an die Hand geben. Muss aber nicht. Wie viel und vor allem welche konkreten Werte in die Kinderyogastunden einfließen, hängt am Ende davon ab, mit wem dein Kind Yoga übt. Nächste Woche schreibe ich einen Post dazu, welche Werte für mich in der Arbeit mit Kindern wichtig sind und wie sie in meine Stunden einfließen.


Yoga als Methode, um körperlich Entspannung und Ruhe zu erfahren

Der Terminplan unserer Kinder ist oftmals voll. Und wer ständig unter Spannung steht, verkrampft sich körperlich. Es ist wichtig, sich bewusst Entspannung zu gönnen. Dazu kann man natürlich auch Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung nutzen. Oder in seiner Hängematte die Füße baumeln lassen.


Yoga als Methode, um deinen Geist zur Ruhe zu bringen

Unser Kopf rattert den ganzen Tag fleißig vor sich hin. Sorgen, Hoffnungen, Selbstzweifel und noch vieles mehr wuseln da herum. Das kann ganz schön belastend sein und sich negativ auf unsere Konzentrationsfähigkeit auswirken. Regelmäßige Meditation kann sich positiv auf das Stresslevel des Körpers, unseren Blutdruck, das Immunsystem und unsere mentale Gesundheit auswirken. Vielleicht schaltet dein Kind aber wunderbar bei Waldspaziergängen, tanzen oder ähnlichem ab.


Yoga als Methode, um einen Zugang zu deinen Bedürfnissen und Wünschen zu schaffen

Wie schon weiter oben erwähnt, lernen Kinder im Kinderyoga ihren Körper besser kennen. Sie können so natürlich besser die Bedürfnisse ihres Körpers wahrnehmen, erkennen und entsprechend handeln. Durch die Beschäftigung mit sich selbst, lernen sie was ihnen gut tut. Und können Strategien entwickeln, wie sie sich in Stresssituationen selbst helfen können.


Yoga als spirituelle Praxis

Im Kinderyoga hat meiner Auffassung nach Spiritualität nichts verloren. Ich finde es wichtig, dass Kinder Toleranz und Offenheit anderen Weltanschauungen gegenüber vorgelebt bekommen. Man muss nicht alles für sich annehmen. Man muss auch nicht alles gut heißen. Und man muss schon gar nicht akzeptieren, wenn Menschenrechte verletzt werden. Grundsätzlich sollte aber das Motto gelten: "Leben und leben lassen."


Wenn du Fragen zur Gestaltung und Hintergründen meiner Kinderyogastunden hast, schreib sie gerne in die Kommentare oder an kinderyoga@bettina-bauer.de

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